Der Gott des Gemetzels

Durchschnitt: 5 (2 Bewertungen)

Pünktlich zur Weihnachtszeit ist ein Film in die Kinos gekommen, der für mich persönlich der Film des Jahres ist. Vergesst für 80 Minuten den ganzen heuchlerischen Weihnachtsschrott (Glühweinstand mal ausgenommen ;-) ) und begebt Euch voller Vergnügen, in die Abgründe des spießigen Bürgertums. :-)

Gott des Gemetzels

Ursprünglich handelt es sich beim Gott des Gemetzels, um ein populäres Theaterstück, in der sich alles um einen Schlichtungsversuch zweier Vorzeigepaare dreht, deren Kinder, na sagen wir mal, die Hand verbal und in tatkräftiger Form ausgerutscht ist. :-)

Im Zuge dieser Auseinandersetzung verliert eine Spross zwei Schneidezähne, was Anlass zu einem Treffen der Vorzeigeeltern gibt. Die Konsequenzen sind anfänglich überhaupt nicht vorhersehbar und jedes Elternteil bemüht sich krampfhaft die Etikette und den trügerischen Schein aufrecht zu erhalten.

Nach wenigen Minuten wird jedoch stückchenweise und mit großer Kontinuität die Mauer der Heuchelei ein wenig löchriger und dem Besucher des Films, ein köstlicher Einblick in das wahre Leben von Otto - Normalverbraucher gewehrt. Es ist einfach geil anzusehen, wie schnell die Protagonisten erst Partei für sich, dann für Ihre Partner und schließlich zum Showdown, die Geschlechter für einander ergreifen. Dieses permanente Rollenspiel, bzw. der Wechsel von Ansichten und vorgelebten und erworbenen Wahrheiten gipfelt durch die Einnahme von Alkohol.

Ich möchte hier nicht die ganze Story im Detail erläutern, kann jedem nur empfehlen sich den Film anzusehen und sich anschließend zu hinterfragen, bin ich wirklich ehrlich zu anderen und vor allem zu mir selbst? Oder lebe ich ich nur den scheinheiligen Tenor, den uns die Gesellschaft vorgibt?

Der Gott des Gemetzels ist ein absolut genialer Film, mit einem Christoph Waltz in Hochform, der durch bissige Sprüche & Situationskomik glänzt und das Publikum auf hohem Niveau unterhält. :-)

Prädikat aufschlussreich und sehenswert!

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